5. Dezember 2022 – Das kleine Weihnachtskarten-Einmaleins (zum Mitmachen)

Was darf in Großbritannien zu keiner Weihnachtszeit fehlen? Die heißgeliebten Christmas cards. Ob live und in Farbe oder – um weniger Müll zu produzieren und/oder das Geld lieber in wohltätige Zwecke zu investieren – digital, Weihnachtskarten gehören einfach dazu. Doch wie weit reicht diese Tradition zurück und was hat es mit typischen Motiven wie Tannenbaum, Rotkehlen oder dem Weihnachtsmann auf sich? Das erfährst du im heutigen Weihnachtskarten-Einmaleins von Frau Großhanten.

Die erste kommerzielle Weihnachtskarte

Das Schicken von Weihnachtskarten lässt sich in Großbritannien auf Sir Henry Cole, Gründungsdirektor des heutigen Victoria and Albert Museum in London, zurückführen. Dieser ließ 1843 Grußkarten drucken, verschickte einen Teil und verkaufte die restlichen an die Öffentlichkeit. Cole wurde damit zum Trendsetter und Entwicklungen im Bereich des Druckverfahrens, welche die Herstellung und den Kauf von Weihnachtskarten zunehmend erschwinglicher machten, erledigten den Rest.

Beliebte Weihnachtssymbole

Auf traditionellen britischen Weihnachtskarten sind Tannenbaum, Rotkehlchen und Weihnachtsmann allgegenwärtig. Ersterer wurde durch deutschstämmige Mitglieder der royal family nach Großbritannien gebracht: Abbildungen von Queen Victoria und ihrem Mann Albert, welche andächtig um einen üppig geschmückten Weihnachtsbaum stehen, wurden 1848 in der Illustrated London News veröffentlicht und prägten damit das Weihnachtsverständnis vieler Briten. Tannenbäume fanden fortan ihren Weg in britische Heime und auf britische Karten.
Erklärungsansätze für den Stammplatz von Rotkehlchen auf britischen Weihnachtskarten gibt es zuhauf: Zum einen waren britische Postmitarbeiter im 19. Jahrhundert rot gekleidet, was ihnen zum Spitznamen „Robin(s)“ (engl. für Rotkehlchen) verhalf. Das Rotkehlchen wurde dieser Theorie nach damit geeigneter Bote für Weihnachtgrüße. Ein weiterer Erklärungsversuch besteht in dem zahmen Wesen dieses Vogels: Da sich auf seinem Speisezettel allerlei Getier aus britischen Gärten findet, leistet es – zur Freude gärtnernder Personen – dem Menschen furchtlos Gesellschaft und greift dabei zu Tage tretende Würmer ab. Plustert es sich im Winter bei seinen Gartenbesuchen auch noch auf, ist es um einen geschehen und die Popularität des Rotkehlchens nicht weiter verwunderlich.
Die Gestalt des Weihnachtsmannes ist (entgegen vielen Behauptungen) keine Erfindung eines namhaften Erfrischungsgetränke-Herstellers. Vielmehr handelt es sich dabei um eine amerikanische Interpretation des Heiligen Nikolaus, einem großzügigen Wohltäter, welcher im 4. Jahrhundert in der heutigen Türkei wirkte. Diesem wurde in Form von „Sinterklaas“ bereits in den Niederlanden gedacht und als viele Niederländer*innen ihr Glück in Amerika suchten, nahmen sie Sinterklaas gleich mit. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde Sinterklaas zu Sancte Claus und letztendlich zu Santa Claus, welcher in 1810 auftauchenden Abbildungen wohlerzogenen Kindern Geschenke hinterließ. Schlitten und Rentier wurden 1823 wortwörtlich dazu gedichtet und das wohlbekannte Outfit in der 1870ern erdacht.

Und jetzt bist du dran!

Du möchtest am letzten Schultag vor den Ferien einer*einem Mitschüler*in oder einer*einem Lehrer*in mit einer selbstgestalteten Christmas card heimlich eine Freude machen? Dann gib bis spätestens 19.12. deine Karte bei Frau Großhanten ab bzw. lass sie im Lehrerzimmer in ihr Fach legen. Sie kümmert sich darum, dass die Karte in der letzten Schulwoche die von dir gewünschte Person erreicht (Achte darauf, dass Name und Klasse der*des Empfänger*in anhand der Karte oder einer beigefügten Notiz deutlich werden!)

Quellen:
https://www.vam.ac.uk/articles/victorian-christmas-traditions
https://www.theguardian.com/environment/2019/nov/25/weatherwatch-robins-symbol-christmas
https://www.theguardian.com/commentisfree/2017/dec/20/why-is-santa-red-google
Foto:
Kelly Mercer https://www.flickr.com/photos/kellymercer/46302528242/