Erziehungswissenschaft (EW)

„Erziehung müssen alle lernen!“

Das Fach Erziehungswissenschaft beschäftigt sich nicht nur mit der Erziehung in Familie und Schule, sondern umfasst weiterhin die Bereiche Erziehung und Bildung, die Entwicklung des Menschen, Erziehung und Gesellschaft, Forschungsmethoden, pädagogische Institutionen und die Theorie und Praxis des Lehrens und Lernens. Hierzu bedient sich die Erziehungswissenschaft mitunter folgenden Nachbarwissenschaften: Psychologie, Sozialwissenschaft, Anthropologie, Biologie, Geschichte, Politikwissenschaft und vereinzelt auch der Mathematik. Insbesondere durch die interdisziplinäre Charaktereigenschaft gewinnt das Fach Erziehungswissenschaft an Abwechslung und fördert somit ein systematisches, vernetztes und kreatives Denken.

Die strukturell-gesellschaftlichen Umbrüche und eine fortlaufend komplexer werdende und sich verändernde Lebenswelt erfordern es, Kindern und Jugendlichen frühzeitig ein zeitgemäßes pädagogisches „Vorratswissen“ zur Verfügung zu stellen. Das Fach Erziehungswissenschaft trägt hierzu bei, indem Schülerinnen und Schüler:

  • pädagogische Handlungsmöglichkeiten und deren Konsequenzen kennen lernen und somit in ihrer Bereitschaft zum pädagogischen Handeln und ihrer Urteils – und Entscheidungsfähigkeit gefördert werden,
  • wesentliche methodische Kompetenzen vermittelt bekommen (das Lernen lernen, systematisches und vernetztes Denken),
  • in ihrem Selbst- und Fremdverständnis und somit zum bewussten Umgang mit sich selbst und anderen (Empathieverständnis) gefördert werden,
  • das Bewusstsein für die Bedeutung der eigenen Entwicklung und Lernbiografie entwickeln (Auseinandersetzung mit sich selbst und seinem Lebenskonzept),
  • in Ihrer Entwicklung zu dialogfähigen und wertebewussten Menschen gefördert werden, die bereit sind ihre Einstellungen und ihr Handeln zu (kritisch) reflektieren,
  • lernen Verantwortung für ihre Lebensumwelt zu tragen.

Ziel des Faches Erziehungswissenschaft ist weiterhin die Vermittlung von Wissen und Fähigkeiten, die in allen Berufen angewandt werden können, in denen mit Menschen gearbeitet wird (Professionalisierung) und Erwerb pädagogischer Handlungskompetenz im Sinne einer zukünftigen Erziehungsfunktion.

Pädagogik in der Sek II
Im Rahmen des schulinternen Curriculums des Annette-Gymnasiums befassen sich die Themen der Unterrichtsreihen in der Einführungsphase zunächst mit den pädagogischen Grundbegriffen „Erziehung“, „Mündigkeit“, „Enkulturation“, „Lernen“, „Entwicklung“ und „Bildung“ .

In der Qualifikationsphase wird anschließend auf der Basis der Grundbegriffe ein breites Spektrum fachwissenschaftlich pädagogisch sowie psychologischer Modelle und Theorien thematisiert (wissenschaftspropädeutisches Lernen). Wesentlich ist dabei die Vernetzung von Theorie und Praxis. Das erworbene Wissen wird durch Experimente und Untersuchungen überprüft, mit eigenen Erfahrungen verknüpft (Biografisches Lernen) und in Exkursionen und Projekten praktisch (handlungspropädeutisches Lernen) angewandt.

Das Ziel des Faches Erziehungswissenschaft liegt darin Schüler/innen zu ermöglichen, nicht nur ihr eigenes pädagogisches Handeln, sondern auch komplexe zwischenmenschliche und gesellschaftliche Prozesse (Rollenbilder, Vorgabe von Normen und Werten….) sowie staatliche und institutionelle Handlungsfelder (Aufgaben der Schule, Inklusion, Interkulturelle Bildung…) reflektieren und bewerten zu können. Indem sie ihre Lebenswelt zu analysieren und zu begreifen lernen, werden sie adäquat auf ihr zukünftiges Leben nach der Schule vorbereiten.

Lehrer/innen
Zurzeit unterrichten drei Lehrer das Fach Erziehungswissenschaft am Annette-Gymnasium:

Helga Rauscher, Benedict Viktor und Harald Wünsche

Erziehung heißt...

Einem Menschen begegnen,
auf seine Persönlichkeitsentwicklung
verantwortungsvoll Einfluss nehmen wollen,
ihn dabei achten und respektieren,
ein DU erkennen
ein WIR erleben
sich bewusst werden als ein ICH,
nachspüren und in Frage stellen lassen,
über das WOZU?
auseinander setzen,
damit ein gleichwertiges WOHIN?
entstehen kann.

(H. Dorlöchter)